VEREIN

Die "Palm Squirrel Society" ist 2019 von fünf engagierten Zugerinnen und Zugern gegründet worden. Das Ziel ist in den Statuten folgendermassen umschrieben:

Art. 2 Ziel und Zweck: "Der Verein bezweckt die Förderung der Freundschaft zwischen SchweizerInnen und der tamilischen Bevölkerung in Sri Lanka sowie der tamilischen Diaspora in Europa. Der Verein will die Integration der Tamilinnen und Tamilen in der Schweiz unterstützen. Der Verein setzt sich dafür ein, das gegenseitige Verständnis der beiden doch so verschiedenen Kulturen zu fördern. Die finanzielle Unterstützung für Bildung und Schulung von tamilischen Kindern in Sri Lanka, insbesondere von tamilischen Waisenkindern und von kriegsversehrten tamilischen Kindern, wird speziell angestrebt."

Warum ein englischer Name?

Da wir in Sri Lanka tätig sein wollen hat sich ein englischer Name aufgedrängt. Wir haben ein Tier als Signet gewählt, weil die quirligen, sympathischen indischen Palmenhörnchen im Norden von Sri Lanka weit verbreitet sind und echte Sympathieträger sind.


VORSTAND

Präsidentin

Barbara Gunasekaram

Barbara Gunasekaram

Kassier

Michèle Kottelat

Michèle Kottelat

Sekretärin

Alissa Gunasekaram

Alissa Gunasekaram


Beisitzer

Parthepan Gunasekaram

Parthepan Gunasekara

Beisitzer

Ariel Schloesing

Ariel Schloesing

Vertretung in Sri Lanka

Senthan Thirunavukkarasu, BScEng. AMIE (SL) CEO

Senthan Thirunavukkarasu


Revisor

Gregor Schättin


Entstehung des Vereins

Barbara Gunasekaram, in Australien mit Schweizer Wurzeln geboren und aufgewachsen, lebt mit ihrem tamilischen Ehemann sind vielen Jahren in Zug. 2016 hat sie ihren ersten autobiografischen Roman «Vanakkam Kein Weg Zurück» oder «Vanakkam No Way Back» veröffentlicht. 2018 ist der Folgeroman «Vanakkam Trotz Allem» und auf Englisch «Vanakkam No Regret» erschienen. Barbara will mit ihren Büchern, die von Krieg, Flucht, Emigration und Integration handeln informieren und aufklären. In zahlreichen Lesungen hat sie die Menschen in der Schweiz mit ihren authentischen, gut recherchierten Geschichten bewegt. www.vanakkam.ch

2017 hat Barbara in der Heimat ihres Ehemannes im Norden Sri Lankas zwei Waisenhäuser besucht. Die Nordprovinz leidet immer noch unter den verheerenden Folgen des langen Bürgerkriegs, der zwischen 1983 und 2009 getobt hat. Der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur geht nur sehr schleppend voran, es mangelt an Investitionen in neue Fabriken für einen nachhaltige Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch und die Zukunft für die jungen Leute oft perspektivlos.

Die Bilder der notleidenden Bevölkerung haben Barbara bis in die Schweiz verfolgt. Wegschauen war nicht mehr möglich, so stark hatten sich die Erlebnisse in ihrem Kopf eingebrannt. Anlässlich einer Lesung ihres ersten autobiografischen Romans «Vanakkam Kein Weg zurück» hat sie einen Spendentopf zugunsten der Waisenhäuser aufgestellt und die ersten Gelder gesammelt.

Barbara hat mit ihrer Freundin Michèle über ihren Wunsch gesprochen, ein Projekt in der Nordprovinz von Sri Lanka zu starten. «Wir brauchen für dieses Unterfangen einen Verein», meinte Michèle, die in dieser Hinsicht einiges an Erfahrung mitbringen konnte. Gesagt, getan, im Februar 2019 haben die beiden Zuger Familien mit Migrationshintergrund Gunasekaram und Kottelat Schloesing den Verein «Palm Squirrel Society» gegründet.


TAMILEN AUS SRI LANKA

In Sri Lanka wird streng unterschieden zwischen Sri Lanka Tamilen und Indischen Tamilen auch Hochland Tamilen genannt.

Die indischen Tamilen sind in der britischen Kolonialzeit ab 1840 von den Briten aus dem benachbarten Tamil Nadu in Indien ins Hochland zu den Teeplantagen gebracht worden. Sie unterscheiden sich sprachlich, kulturell und vom Selbstverständnis von den einheimischen Sri Lanka Tamilen. Die rund 840.000 indisch stämmigen Tamilen stellen 4,2 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas (2012). Die meisten von ihnen leben im Hochland im Zentrum der Insel. Sie sind oft als Arbeitskräfte auf Teeplantagen beschäftigt.

Die in der Schweiz lebenden Tamilinnen und Tamilen gehören zu den Sri Lanka Tamilen.

Seit Jahrhunderten ist die Nordprovinz mit der Jaffna-Halbinsel im Nordosten von Sri Lanka die Heimat der Sri Lanka Tamilen. Sie hatten in der Zeit von 1215 – 1619 ihr eigenes Königreich Jaffna. Die Ankunft der Portugiesen hat die diese Ära jäh beendet.


Tamilen und Singhalesen in Sri Lanka

Die erdrückende Mehrheit der Bewohnerinnen von Sri Lanka, sind Singhalesen. ihre Sprache ist Singhalesisch, sie sind mehrheitlich Buddhisten. Die Sri Lanka Tamilen sind hauptsächlich Hindus, sie sprechen Tamil. Während der britischen Kolonialzeit sind die Tamilen bevorzugt behandelt worden. In einem Artikel über Sri Lanka findet sich der Satz «Tamils flourished under the Britisch». Zu dieser Zeit war in Sri Lanka Englisch die wichtigste Amtssprache genauso wie in Indien.

1956 wird eine für die Tamilen schlimme politische Entscheidung getroffen: Singhalesisch wird zur Amtssprache und damit beginnt die grosse Diskriminierung, die grosse Benachteiligung der Tamilen. Dieser Zustand dauert bis 1988. Dass die Tamilen in dieser Situation mehr Autonomie oder gar einen unabhängigen Staat wünschten können wir aus schweizerischer Sicht gut nachvollziehen. Bei uns ist Minderheitenschutz wichtig und verfassungsmässig garantiert.

Der Traum nach Unabhängigkeit der Tamilen mündet in einen Bürgerkrieg, der von 1983 – 2009 tobte und endet mit einer Niederlage, vielen Toten und Verletzen und riesigen Verwüstungen und Zerstörung von Infrastruktur in der Nordprovinz. Der Traum wurde zum Albtraum. Mehr als eine Million der Sri Lanka Tamilen und Tamilinnen fliehen, hauptsächlich nach Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und die Schweiz. Ein Drittel der Bevölkerung lebt seither in der Diaspora.